Gesundheit und Ernährung

2018-05-05T22:02:48+00:00

Als Berufskraftfahrer führen wir ein sehr stressiges Leben. Neben körperlichen Belastungen wie Nacht- und Schichtarbeit und Schlafmangel leiden viele von uns auch unter psychischen Stressfaktoren. Damit will ich mich mit diesem Beitrag auf keine „Mitleids-Tour“ begeben. Dennoch ist es so, dass eine Vielzahl der „Brummifahrer“ den Berufsalltag weitestgehend allein auf der Straße verbringt. Es fehlen aufgrund der unregelmäßigen Arbeitszeiten die sozialen Kontakte. Freunde und Bekannte, mit denen wir uns in der wenigen Freizeit treffen und austauschen können, gibt es kaum.

Noch schwerwiegender ist die Trennung von der/dem Partner/in und der Familie zu bewerten. Die Kinder müssen die meiste Zeit auf ein Elternteil verzichten. Abgesehen von den zwischenmenschlichen Beziehungen sind die Verhältnisse auf Autobahnen und Rastplätzen stressiger geworden und gleichzeitig nimmt der Zeit- und Termindruck immer weiter zu. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Berufskraftfahrer eine ganz besondere Risikogruppe ausmachen und überdurchschnittlich häufig gesundheitliche Probleme bekommen.

Neben den zahlreichen Stressfaktoren mit denen wir als Berufskraftfahrer umgehen müssen, kommt ein gesundheits- und sicherheitsgefährdender Faktor hinzu – der ständige Schlafmangel. Leider werden die für uns so wichtigen Ruhephasen durch Planungsfehler maßgeblich beeinträchtigt. Ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen, dass stellenweise die Parkplätze für Lkw an der Autobahn einfach falsch angelegt angelegt worden sind? Die Fahrerkabine ist nämlich in Richtung der Fahrbahn ausgerichtet. In dieser Position macht der Verkehrslärm einen erholsamen Schlaf so gut wie unmöglich.

Hinzu kommen gerade in den warmen Monaten die Temperaturen in der Fahrerkabine, die den Schlaf erschweren. Glücklicherweise wurden in manchen Fahrzeugen mittlerweile Standklimaanlagen eingebaut, die ein wenig Erleichterung verschaffen. Doch das ist noch längst nicht der Normalfall. Die Speditionsunternehmen müssen aufgrund der verschärften Konkurrenz-Situation und des zunehmenden Kostendrucks überall dort Einsparungen vornehmen, wo es arbeitsrechtlich und moralisch noch vertretbar ist.

Trotz all dieser Widrigkeiten sind wir gefordert, in unserem Beruf Höchstleistungen zu erbringen. Doch um dies dauerhaft sicherstellen zu können, brauchen wir einen gesunden Geist und einen gesunden Körper. Damit sind wir auch schon beim zentralen Thema: Die Ernährung! Was können wir tun, um unseren Energieverbrauch wieder auszugleichen? Wie können wir unseren Geist und Körper mit den „richtigen“ Nährstoffen versorgen, die für die geforderten Leistungen unerlässlich sind? Woher bekommen wir Berufskraftfahrer eigentlich unsere Nahrungsmittel?

 

Das Elend auf der Autobahn

Eine gesunde Ernährung ist auch für uns Berufskraftfahrer möglich, wenn wir bereit sind „alte Zöpfe“ abzuschneiden und die bequemen Pfade zu verlassen. Denn der einfachste Weg führt doch immer noch zur nächsten Raststätte. Allerdings ist gerade das, was an den Autobahnraststätten so angeboten wird, häufig viel zu fett und zu kalorienreich. Ein solches Essen trägt sehr wenig zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Darüber hinaus gibt es zwei weitere wesentliche Aspekte, um das Essen in einer üblichen Autobahnraststätte zu meiden:

  •  sehr hoher Preis
  • meistens schlechte Qualität

 

Lkw-Fahrer_Mittagessen

Ich denke, diese Erfahrung wird jeder von uns bereits mindestens einmal gemacht haben. Wenn du es dennoch nicht glauben magst, kannst du ja mal zur nächsten Autobahnraststätte fahren. Dort nimmst du dir – nach der faden und wenig schmackhaften Mahlzeit für 12,85 Euro – einen halben Liter Wasser für 4,25 Euro und eine kleine Dose Cola für 2,90 Euro (natürlich ohne Pfand) mit auf den Weg. Nun noch der obligatorische Gang zur Toiletten, der für „schmale“ 1,00 Euro den Besuch abrundet.

 

Meine Meinung : Ein kleiner Sch… für einen großen Preis.

Hier wird versucht, zu Lasten der Raststätten-Besucher das große Geschäft zu machen. Diese Preise stehen in keinem Verhältnis mehr zur erbrachten Leistung.
Etwas besser erscheint die Situation, wenn du die Autohöfe abseits der Autobahn anfährst. Hier erwartet dich zurzeit noch ein erheblich besseres Preis-Leistungsverhältnis. Wie lange das so bleibt, kann allerdings niemand vorhersehen.
Auch die Speisen, die in den Imbissbuden, den Fastfood-Ketten und Restaurants am Straßenrand angeboten werden, sind meistens viel zu fett, viel zu kalorienreich und wenig gehaltvoll.
Insofern stellen sich für uns folgende Probleme: Viel Zeit für die Suche nach gesünderen Alternativen bleibt nicht und das Budget für die tägliche Verpflegung ist zudem begrenzt. Umso mehr, wenn eine ganze Familie mit dem Einkommen ernährt und versorgt werden muss.

Die Verpflegung für Unterwegs

Wie kann also die Lösung für uns aussehen, wenn es darum geht, diesem Ernährungsdesaster auf unseren Fahrtrouten zu entgehen? Natürlich gibt es kein Patentrezept, das uns auf einen gesünderen und ernährungsbewussteren Weg bringt. Es sind mehre Schritte erforderlich, die gemeinsam das Ganze ergeben. Voraussetzung ist und bleibt jedoch, dass wir es wirklich wollen. Denn nur mit der richtigen Einstellung wirst du es schaffen, diese Veränderungen vorzunehmen und auch beizubehalten.

Mitnehmen:

Einige Kollegen sind bereits auf dem richtigen Weg. Immer häufiger treffen wir an den Raststätten Fahrer, die auf der Ladefläche oder neben dem Lkw ihr Essen selbst zubereiten. Auch wenn es für Außenstehende ungewöhnlich aussehen mag, ist dies ein Schritt zu einer einigermaßen gesunden Ernährung. Übrigens, Reisende bzw. Camper, die mit Wohnwagen oder Wohnmobil auf großer Fahrt in den Urlaub sind, haben schon lange kein Problem mehr damit. Sie versorgen sich selbst mit den gewünschten Nahrungsmitteln und verzichten auf den Besuch des Raststätten-Restaurants.

Tipp: Investiere in einen Gaskocher oder kleinen Gasgrill und mache es dir zur Gewohnheit, die Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Moderne Trucks haben einen Kühlschrank, in denen sich die Lebensmittel aufbewahren lassen. Plane an deinen freien Tagen die Mahlzeiten für die Tour und bereite diese so gut wie möglich vor. Dazu gehören auch Snacks – und diese sollten alternativ aus ausreichend Obst und Gemüse bestehen – dann greifst du nicht aus Langeweile zum Schokoriegel.
>>>Hier gibt es Gaskocher und Grills in großer Auswahl – jetzt auf Amazon ansehen<<<

Besser auswählen:

Lkw_Fahrer_Gesundheit_ErnaehrungSelbst wenn du nach einem langen Tag hinter dem Steuer eine Kantine, einen Autohof oder eine Raststätte aufsuchst, hast du – mag es auch schwerfallen – immer noch die Wahl: Entscheide dich für mageres Fleisch oder Geflügel (statt Eisbein, Schlachtplatte oder Braten mit Soße). Als Beilagen bieten sich Kartoffeln, Nudeln oder Reis (also mal keine Pommes frites oder Kroketten) an. Gemüse, Salate, Obst, Joghurt sowie Vollkornprodukte sorgen für weitere Abwechslung.

Trinken:

Flüssigkeitsmangel äußert sich zuerst über Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Augenblinzeln und Sehschwäche. Achte deswegen darauf, ausreichend zu trinken. Mindestens zwei Liter am Tag sollten es schon sein. Greife zu Wasser, Tee oder verdünnten Saftschorlen. Was du unbedingt vermeiden solltest, sind die süßen, gezuckerten Softdrinks – die machen dick und träge.

Koffein minimiert die Unfallwahrscheinlichkeit

Kaffee oder Energy-Drinks sind bei uns Fahrer schon sehr beliebt, wenn auf längeren Fahrten Übermüdung droht. Dies hat tatsächlich seine Berechtigung, wie eine australische Studie belegt: Koffein kann die Unfallwahrscheinlichkeit senken.




Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke wirken risikominimierend, wenn es um die Gefahr eines Unfalls geht. Mit solchen Getränken lässt sich bei Berufskraftfahrern, die weite Strecken zurücklegen, das Risiko für einen Unfall um bis zu 63 Prozent senken. Auf dieses Ergebnis verweisen australische Wissenschaftler um Lisa Sharwood vom The George Institute, University of Sydney, im British Medical Journal

>>Hier geht es zur Studie<<

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Einschränkung der Wissenschaftler: Der Vorteil durch diese Getränke ist zeitlich sehr begrenzt und kann auf keinen Fall regelmäßige Pausen, Schlaf und letztlich angemessene Arbeitsbedingungen für den Fahrer nicht ersetzen.

Weitere Maßnahmen:

Neben der Ernährung gibt es noch weitere Maßnahmen, die den Alltag des Berufskraftfahrers risikoärmer und stressfreier machen.

Ausreichend schlafen:

Der Schlaf ist einer der wichtigsten Faktoren, der durch nichts ersetzt werden kann. Nur ein ausgeruhter Mensch ist in der Lage sich zu konzentrieren und Leistung zu erbringen. Ausreichend Schlaf verringert die Stresssymptome und hebt die Stimmung. Das körperliche Wohlbefinden wird maßgeblich durch Schlaf geprägt. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich ausgeschlafene Fahrer tendenziell gesünder ernähren als die Kollegen, die zu wenig ruhen.

Ohne Bewegung und Sport geht es nicht

Eine gesunde Ernährung und ausreichen Schlaf alleine reichen aber immer noch nicht aus. Wenn du den typischen Berufskrankheiten vorbeugen willst, gehören Sport und die regelmäßige Bewegung zwingend zu deinen Disziplinen. Fehlt die körperliche Fitness, drohen neben Konzentrationsschwierigkeiten zudem Übergewicht, Bluthochdruck und Haltungsschäden.




Bereits leicht anstrengende Be- und Entladetätigkeiten wirken sich positiv auf den Kreislauf aus. Das wird jedoch nicht ausreichend sein und so solltest du in deiner Freizeit auf jeden Fall eine sportliche Betätigung ausüben. Als sportliche Aktivitäten im Freien eignen sich Fahrrad oder Mountainbike fahren, Jogging oder Walking sowie Schwimmen. Natürlich gibt es auch geeignete Aktivitäten in den Fitness-Studios. Auch kleinere Umstellungen im Alltag, wie die Treppe statt den Fahrstuhl zu benutzen oder den Gang zum Kiosk zu Fuß zu erledigen, bedeuten bereits positive Aktivitäten. Wichtig ist es, dass der Körper maßvoll und richtig gefordert wird, damit du später deine verdiente Rente lange und gesund genießen kannst.

Damit noch nicht genug. Auch unterwegs finden sich immer Möglichkeiten, ein wenig Sport zu betreiben. So möchte ich dir eine meiner Ansicht nach gelungene, zusätzliche Idee nicht vorenthalten: Nutze deinen Truck als Fitnessstudio!


Bildnachweis : Beitragsbild : ©Gesund und Fit:#59082542 -Fotolia.com/ Urheber: Trueffelpix
Lecker T-bone Steak / ©Beef steaks with grilled vegetables:#83545886 -Fotolia.com/ Urheber: Alexander Raths

Ein Kommentar

  1. Andy 1. August 2017 um 09:49 Uhr

    Wie Anfangs geschireben wurde das man hier nicht auf die Mitleids Tour möchte, dachte ich erst: Mein Gott schon wieder so einer.
    Aber ich bin sher übberascht worden.
    Ein Artikel der sich wirklich gut liest und zudem auch einiges an Beispielen nennt.
    So manch ein Verfasser kann sich da mal ein Scheibe abschneiden.
    Interessant find ich tatsächlich das sich das eine oder andere hiervon sicherlich auch in andere Berfusgruppen übertragen lässt.

    Alles in allem sehr gut gelungen.

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.